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Erziehung - Allgemein

Hundeschule

Die Hundeschulen verfolgen unterschiedliche Erziehungsstrategien, basierend auf manchmal sich konträr gegenüberstehenden Theorien. Davon leiten sich ihre Arbeitsweisen und die Art des Einsatzes ihrer Hilfsmittel ab. Wir betrachten hier die zum Einsatz kommenden Methoden und Hilfsmitteln, vergleichen sie und beleuchten die Auswirkungen auf den Hund.

 Wie alles begann ...
Pascha
er lehrte uns die Aktivitäten
der "Experten" kritisch zu
hinterfragen

Welcher Ausbildungsweg ist der Richtige für meinen Hund? Diese Frage stellt sich der Hundehalter, beeindruckt und gleichermaßen verunsichert von der Informationsvielfalt die er auf dem Markt vorfindet! Wie findet er bei den vielen Angeboten die richtige Hilfestellung oder sogar die richtige Methode? Die meisten Angebote klingen sehr gut, sind jedoch wenig aussagekräftig. Wie erkennt er eine kompetente Fachkraft die nach den eigenen Vorstellungen arbeitet? Für viele Leute ist das einfach unmöglich! Es ist daher auch nicht überraschend, dass viele Hundebesitzer Hundeschulen die "positiv" arbeiten mit den sogenannten "Hardlinern" in einen Topf werfen.

Bei näherer Betrachtung von Angeboten der Vereine und Hundeschulen stellt man fest, dass nur sehr wenige die "Lernmethode" (wie gearbeitet, gelehrt wird) angeben. Wenn es überhaupt einen Hinweis gibt, dann natürlich "wir arbeiten positiv nie negativ, aber immer artgerecht". In manchen Angeboten kann man lesen was alles nicht gemacht wird, z.B.: Kein Stachelhalsband, kein Teletakt, kein Leckerli, keine neue Modeströmung, kein Zwang, kein Druck etc. ... Aber uns als Hundebesitzer interessiert das "WIE" und mit "WAS"; wie wird gelehrt und welche Hilfsmittel werden wie eingesetzt? Die meisten Hilfsmittel kann man sowohl "positiv" als auch "negativ" benutzen. Uns interessieren vorallem die Vorgehensweisen und Lehreigenarten die von den Hundeschulen in den verschiedenen Situationen eingesetzt werden. Erfreulicher Weise geht der Trend bei der Hundeausbildung in Richtung "positive Motivation" und immer mehr Hundefreunde wählen diesen Weg bei der Erziehung ihres vierbeinigen Freundes. Es gibt aber leider noch sehr viele Vereine und Hundeschulen in denen überwiegend mit Strafen und Verunsichern gearbeitet wird, kombiniert mit ein wenig Belohnung.

Arbeitsweisen

Die folgenden Tipps sind keine fertigen Rezepte! Es sind Informationen, als Unterstützung für Sie gedacht, damit Sie Ihren Weg bei der Erziehung Ihres Hundes und die richtige Hundeschule finden können.

Kennt man die Gesetzmäßigkeiten des Lernens, dann kann man selber die verschiedenen Arbeitsweisen gezielt einsetzen, anstatt sie dem Zufall oder dem Bauchgefühl zu überlassen. Man ist dann auch in der Lage, sich die kompetente Hilfe eines Außenstehenden zu holen der eine Arbeitsweise einsetzt, die den eigenen Vorstellungen entspricht. Mit wenig theoretischen Grundkenntnissen kann man schnell die verschiedenen Arbeitsweisen und Methoden beurteilen und nach reifer Überlegung eine Entscheidung fällen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Hundeschule Einblick in ihre verschiedenen Arbeitsweisen gibt; dies ist jedoch nur selten der Fall! Also, nie einen Kurs komplett buchen! Weder in einem Verein noch in einer Hundeschule! Nie im voraus bezahlen, sondern immer nur die geleistete Stunde!

Kein Blickkontakt ...
Kein Blickkontakt, keine Kommunikation!

Das Aneignen des Basiswissens "wie lernen Hunde" ist kinderleicht. Erschwert wird das Ganze durch den Fachjargon, die verschiedenen Ausdrücke können schon verwirrend sein.

Das Lernen, im Fachjargon "Konditionieren" = eine wissenschaftlich anerkannte Lerntheorie, die in der Praxis fast das ganze Spektrum der Verhaltensweisen verdeutlicht und erklärt, warum Hunde etwas tun oder unterlassen. Man kann das Konditionieren (Lernen) grob in "klassisches" und "operantes" Konditionieren unterteilen. Beim "klassischen Konditionieren" (auf einen Reiz folgt eine Reaktion) spricht man mehr die emotionale Komponente an. Die "operante Methode" wird eingesetzt zum Lehren von zielgerichtetem Verhalten mit einer positiven Methode wie z.B. Clicker. Der Hund lernt durch Versuch und Irrtum. Das richtige Verhalten wird belohnt, das unerwünschte Verhalten ignoriert. Beim Lehren werden hauptsächlich vier Arbeitsweisen, Konsequenzen, auch Umweltantworten genannt, benutzt:

  • Davon sind zwei Arbeitsweisen Verstärker "+Additive"(auch positiv genannt) und "-Subtraktive" (auch negativ genannt) Bestärkung. Wie der Name sagt, durch Anwendung dieser zwei Arbeitsweisen wird der Hund bestärkt in seinem Tun und lernt ein Verhalten zu zeigen, zu wiederholen.

  • Die weiteren zwei Arbeitsweisen sind Unterbrecher eines Verhaltens, im Fachjargon "Strafen" genannt, "+Additive" (positiv) und "-Subtraktives" (negativ) Strafen. Mit diesen zwei Arbeitsweisen lernt der Hund nicht was er Tun und Unterlassen soll; er lernt durch "Strafen" kein neues Verhalten zu zeigen. Erreicht wird damit nur, dass er mit dem eben gezeigten unerwünschtem Verhalten aufhört, dies jedoch nur für einen Moment. Die zwei Arbeitsweisen unterbrechen ein Verhalten z.B. der Ruck (S+) an der Leine unterbricht für ein Moment das Ziehen, aber der Hund weiß immer noch nicht, dass er generell nicht Ziehen darf. Das ordentliche Gehen an der Leine muss dem Hund zusätzlich gelehrt werden. Ignoriert (S-) man bei der Begrüßung das Anspringen des Hundes muss man ihm aber auch Lehren, was man sich in dieser Situation wünscht, z.B. Hinsetzen.

Die positive "Methode" und ihre zwei Arbeitsweisen

1. Arbeitsweise (B+): "+ positive Bestärkung", Belohnung auch "Additive Verstärkung" im Fachjargon genannt, bedeutet der Hund bekommt etwas Angenehmes, eine Belohnung. Durch die Belohnung wird er bestärkt in dem Tun was er gerade in diesem Moment gezeigt hat als er seine Belohnung erhielt. Durch Geben von Belohnungen in einer positiven Stimmung wird der Hund das Verhalten gerne immer wiederholen, das Verhalten wurde verstärkt.

Beispiele:

  • Wenn der Hund nicht an der Leine zieht kriegt er am Anfang schon nach wenigen Schritten eine Belohnung.
  • Wenn der Hund sich von selber hinhockt "Sitz" bekommt er eine Belohnung.
  • Schaut der Hund spontan den Hundehalter an oder kommt ohne Kommando zurückgelaufen bekommt er eine Belohnung.

Belohnung = Bestärken eines Verhaltens und nicht Bestechen wie manche Gegner dieser Arbeitsweise behaupten, einige sprechen auch von Bezahlung. Jedem seine Sicht der Dinge, nur die verschiedenen Ansichten sagen nichts über die Arbeitsweise aus, sondern über die Einstellung des An- oder Nichtanwenders. Man kann den Hund auch ins "Sitz" oder "Platz" locken, jedoch nicht "Hinunterdrücken" oder "Zerren", dies ist wiederum eine andere Arbeitsweise.

2. Arbeitsweise (S-): "-negative Strafe", dem Hund wird etwas was er gerne hat weggenommen, vorenthalten.

Beispiele:

  • Hat der Hund nach drei Schritten ordentliches Gehen an der Leine bisher immer ein Leckerli bekommen, werden die Schritte bis er seine Belohnung erhält immer mehr ausgedehnt.
  • Hat er bis jetzt beim Hinsetzen und Legen immer sofort ein Leckerli erhalten, bekommt er seine Belohnung ab jetzt immer nur jedes 2.Mal und die Abstände werden kontinuierlich vergrößert bis er wieder ein Leckerli erhält.
  • Auch "Ignorieren" fällt in den Bereich dieser Arbeitsweise. Will der Hund Sozialkontakt und springt seinen Hundehalter an und dies ist unerwünscht, wendet man sich ab.

Bestimmt haben Sie es selber schon festgestellt. Was ganz Wichtiges gehört zu diesen Techniken noch dazu damit der Hund lernt, das von uns gewünschte Verhalten zu zeigen. Die richtige Belohnung aus Hundesicht: Leckerli, Spielen, Sozialkontakt usw, und der richtige Zeitpunkt wann er diese Bestärkung erhält, das alles gehört zum Lernen dazu. Und natürlich muss das Ganze dem Lernniveau und Lerntempo des einzelnen Hundes angepasst sein und nicht dem Terminkalender der Hundeschule.

Die beiden nachstehenden Arbeitsweisen werden z.B. in der "Clickermethode" eingesetzt, aber auch in Hundeschulen die mit "positiver Motivation" lehren.

Positive "Methoden" (B+ u. S-) -- was sie bewirken

Mit der ersten Arbeitsweise fördern wir das Vertrauen des Hundes in sich selbst, in die Umgebung in der das Lernen stattfindet, in die Menschen und Tiere die dabei anwesend sind und nicht zuletzt in seine eigene Leistung. Die gemeinsamen Aktivitäten oder das gemeinsame Lernen durch positive Bestärkung stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund. Der Hund orientiert sich vertrauensvoll an seinem Menschen. Der Hund, aber auch der Mensch lernt gerne auf diese Art und Weise.

Auch die zweite Arbeitsweise fördert die Motivation und das Vertrauen des Hundes, solange man die richtige Dosis wählt und beim Ignorieren nicht übertreibt. Die beiden ersten Arbeitsweisen richtig an den "Schüler Hund" angepasst, zusammen in einer Methode genutzt, nennt man "Lehren durch positive Motivation". Sämtliche Verhaltensweisen kann man über diesen Weg dem Hund lehren.

Gerne werden diese beiden Arbeitsweisen als neue Modeströmungen betitelt und mit der Kindererziehung der 60er Jahre verglichen. Nur vergisst man zu erwähnen, dass man weder die Erziehung mit positiver Motivation noch die Erziehung mit aversiven Reizen mit einer antiautoritären Kindererziehung vergleichen kann.

Die oben aufgeführten Arbeitsweisen findet man in Hundeschulen, die im wahrsten Sinne des Wortes "positiv" arbeiten. Gut kombiniert lernt der Hund auf Wunsch (Signal von Ihnen) das zu zeigen was Sie von ihm wollen und das zu unterlassen was Sie nicht möchten.

... ein wenig nervös
... ein wenig nervös

Wichtig ist, den Hund im Alltag für ein erwünschtes Verhalten zu belohnen wenn er es ohne Kommando ausführt, anstatt ihm nur Aufmerksamkeit zu schenken wenn er etwas Unerwünschtes tut. Viel Lob, dosierte Einschränkungen, klare Ansagen bedeuten für den Hund Berechenbarkeit. So fühlt er sich sicher und reagiert verlässlich.

Lehrt man den Hund anhand dieser beiden Arbeitsweisen, fängt man rein positiv an, und wenn der Hund dann die einzelnen Schritte gut beherrscht, verringert man langsam das ständige Belohnen (Bestärken). Diese beide Arbeitsweisen, kombiniert in einer Methode, empfindet der Hund als positiv, vorausgesetzt man passt sie seinem Lerntempo, seiner Empfindsamkeit etc. ... an. Man darf sie aber in keinem Fall mit ständigem Verwöhnen und alles Durchgehen lassen vergleichen. Durch diese Methode lernt der Hund auch Frust zu ertragen, er lernt auch, dass er nicht alles jeder Zeit nach Wunsch bekommt, dass sich nicht alles um ihn dreht und er nicht immer und überall der Mittelpunkt ist.

Schlecht getimt und kombiniert, nicht auf die eigene Stimmung geachtet, können diese Techniken, "Wattebauschmethode" von ihren Gegnern genannt, nicht funktionieren. Auch auf die Sensibilität des Hundes muss beim Ignorieren geachtet werden. Man kann schnell psychischen Schaden anrichten und den Hund total verunsichern.

Die negative "Methode" und ihre zwei Arbeitsweisen

3. Arbeitsweise (S+): "+positive Strafe", der Hund bekommt etwas Unangenehmes bis Schmerzhaftes zugefügt. Die Anwendung dieser Arbeitsweise hat theoretisch als Ziel, die Unarten des Hundes auf einen Schlag abzustellen. Es ist jedoch sehr schwer und nur selten möglich, diese Technik in der Praxis richtig einzusetzen damit sie auch funktioniert. Experten sagen: "Muss man diese Technik mehr als drei Mal einsetzen ist sie bereits gescheitert". Man soll sich dann unbedingt einer anderen Arbeitsweise zuwenden.

Beispiele:

  • Der Hund, geführt an der Leine, erhält einen Ruck der lästig bis schmerzhaft (evtl. ausgeführt mit Würge- oder Stachelhalsband) sein kann.

    ... unter Stress
    ... unter Stress

    Ist der Ruck für den Hund unangenehm oder sogar schmerzhaft, wird er das Ziehen an der Leine für einen längeren Zeitraum unterlassen. Er ist verunsichert und verhält sich unauffällig, weil er nicht zuordnen kann warum er diesen "Biss" am Hals gespürt hat.

    Ein gutes Beispiel dafür, dass das Fachjargon "+Strafe" nichts mit der Realität zu tun hat und nur verwirrend ist.

    Strafen kann man, wenn jemand
      1. die Regeln kennt, sie jedoch missachtet und
      2. das Strafmass kennt im Falle einer Zuwiderhandlung.

    Beides kennt der Hund nicht! Die Annahme er könnte das, ist schlichtweg eine Vermenschlichung. So kann ein Hund nicht denken und nicht lernen. Eine derartige Handlungsweise führt zum Abbruch seines Tuns (Ziehen an der Leine).

  • Der Hund wird herunter gedrückt damit er sich hinsetzt "Sitz", und beim Gehen an der Leine leicht geruckt an einem normalen Halsband oder Gurt.

    Das ist nicht schmerzhaft, allerdings auch nicht unbedingt gut für Gelenke und Wirbel (besonders in der Wachstumsphase). Es ist auf jeden Fall sanfter als ein Würge- oder Stachelhalsband, trotzdem unangenehm für den Hund und er kann nicht zuordnen warum an ihn herumgeschubst und gezerrt wird.

    Mal angenommen, Sie sind in einem fremden Land und verstehen die Sprache dieses Landes nicht. Um mit Ihnen zu Kommunizieren und um Ihnen die Sitten und Gebräuche zu lernen, nimmt man Sie an der Krawatte und zerrt Sie von einem Ort zum Anderen. Was würden Sie dabei Lernen? Würden Sie überhaupt etwas über dieses Land und die Leute lernen wollen? Sicher nicht!

    Sie glauben für den Hund ist es nicht so schlimm! Er hat ja eine gepolstertes Halsband! Vorschlag: Binden Sie sich bei Ihrem nächsten Spaziergang die Leine um Ihre Taille und lassen Sie sich von Ihrem Hund eine Stunde führen. Wir kennen niemand der dies als angenehm empfunden hat, es sei denn der Hund hat sich immer dem Tempo des Menschen angepasst und nicht gezerrt .

4. Arbeitsweise (B-): "-negative Bestärkung", dem Hund wird etwas Unangenehmes bis Schmerzhaftes entfernt. Will man in der Ausbildung diese Arbeitsweise einsetzen geht dies nur im Zusammenhang mit der dritten Arbeitsweise (+Strafe). Ganz oft hat diese Arbeitsweise das Ziel den Hund am Anfang zu erschrecken und zu verunsichern, damit er sich vermehrt nach dem Hundeführer orientiert, z.B Konditionieren auf Discscheiben.

Beispiel physisch:

  • Der Hund zeigt sich aggressiv gegen Menschen oder Artgenossen. Er wird mehr oder weniger kräftig geruckt oder sogar an der Leine aufgehängt. Ist er ruhig, lässt der Schmerz oder das unangenehme Gefühl am Hals nach.

Beispiel psychisch:

  • Der Hund wird auf die Wurfkette oder Discscheibe konditioniert. Zeigt er sich aggressiv, wird seine Aggression mit dem Geräusch der Disc oder einer Kette unterbrochen damit er wieder aufnahmefähig wird.

Auch diese beiden Arbeitsweisen unterliegen den Lerngesetzen: Richtiger Zeitpunkt, die (Meide) Motivation muss stimmen, usw..

Negative Methoden und was sie bewirken

... aufgeregt
... aufgeregt

Etwas sollte man vorab bedenken. Muss man in der Praxis mehr als 2-3 Mal die dritte Arbeitsweise (Strafen +) einsetzen, so hat diese Technik ihre Wirkung vertan. Dies ist auch eine Gesetzmässigkeit des Lernens.

Bei dieser Methode wird der Hund durch Angst motiviert. Genauso wie bei den ersten beiden Arbeitsweisen muss auch hier die Stärke der (Meide) Motivation, der Empfindsamkeit des Hundes angepasst sein, ein "zu wenig" hilft auch wenig, tut man zu viel des "Guten" hat man bald einen verstörten Hund.

Besonders wichtig ist bei dieser Methode die "Dosis" (die Härte der Strafe), sonst sind "Nebenwirkungen" vorprogrammiert. Die Dosis muss stets der Sensibilität des Hundes in der jeweiligen Situation angepasst sein. In welcher Hundeschule findet man das? Ist das überhaupt möglich? Wie schnell gibt es Fehlentscheidungen? Kann ein "Außenstehender", in diesem Fall ein kompetenter Ausbilder, die Empfindsamkeit des Hundes überhaupt richtig einschätzen? Ist das nicht ein zu gewagtes Unternehmen!?! Hat man sich bei einer positiven Methode bei der "Dosis" geirrt (schlechte, zu große o. kleine Leckerli, keine o. zu viele ), wird das sicherlich keine "Nebenwirkungen" haben. Ruckt man nicht fest genug, um beim Beispiel "Leinenführigkeit" zu bleiben, fängt der Hund immer wieder an zu Ziehen. Ruckt man zu fest, schadet dies den Halswirbeln. Hat man zufällig die richtige "Ruck Dosis" eingesetzt, versteht der Hund meistens das Falsche und zieht trotzdem weiter. Wenn das "Rucken" mehr als dreimal kein Ergebnis bringt, fragen Sie Ihren Fachmann. Er soll Ihnen eine Arbeitsweise zeigen die Sie auch umsetzen können, es genügt nicht wenn er es kann, Sie müssen es können.

Die negativen Methoden oder Erziehungsstrategien mit ihren beiden Arbeitsweisen (S+ u. B-) bedeuten den Hund zu Verunsichern. Es ist kein Spiel und auch keine Methode für ängstliche Hunde.Diese Methode kann sogar kontraproduktiv werden, will man als Hauptlernziel den sozial- und umweltsicheren, nicht schreckhaften Hund.

Geräuschempfindliche Hunde (besonders Hunde die gezüchtet wurden zum Hüten und Wachen), die auf Sprühhalsbänder, Kette, Disc usw. konditioniert wurden, reagieren oft später schreckhafter auf verschiedene Geräusche; und dies, obwohl kein Fehler beim Anlernen und der späteren Anwendung passiert ist. Auch bellfreudigere Hunde schlagen vermehrt auf jedes Geräusch an. Durch die vermehrte Anwendung der Disc usw. wurden die Hunde auf Geräusche sensibilisiert.
   Sensibilisieren = empfindlicher werden.
   Desensibilisieren = gewöhnen an Geräusche etc. ...

Die dritte und vierte Arbeitsweise kombiniert wird oft traditionelle Methode genannt. Richtig angewandt funktioniert sie bei "normalen" Hunden. (Über)empfindliche, schon aggressive oder ängstliche Hunde reagieren sehr schlecht darauf.

Mit dieser Methode verunsichern wir den Hund und "sähen" Misstrauen. Dabei ist auch hier wiederum die Stärke maßgebend und die Empfindsamkeit des Hundes, ob diese Arbeitsweisen funktionieren oder ob der Hund sich nur ein wenig belästigt fühlt (Klaps auf die Nase, Niederdrücken in den Sitz, leichtes Rucken am normalen Halsband usw.).Das Verhalten des Hundes kann sogar kippen, d.h., hat man den Hund falsch eingeschätzt, wehrt er sich gegen diese Behandlung (S+) anstatt aufzugeben.

Bei der negativen Methode werden die "Calming Signals" nicht beachtet, auch nicht bei der sanfteren Form. Derart ausgebildete Hunde ignorieren später bei der Kommunikation mit anderen Hunden und Menschen diese Signale und fangen sofort ihre Kommunikation eine oder zwei Stufen höher an, mit Knurren und Schnappen.

Sicher kann man auch mit dieser Methode fast sämtliche Verhaltensweisen aufbauen und dem "Schüler Hund" vieles lehren. Die Gefahr, dass bei dieser Methode oder diesem Arbeitsweg was "schief" gehen kann ist groß. Dass der Hund dabei leichter außer Kontrolle gerät ist bewiesen. Schon öfters wurden Ausbilder gebissen wenn sie den Hund z.B. geruckt haben, damit er aufhört gegen seine Artgenossen zu bellen. Im Fachjargon heißt das "Übersprungshandlung".

Übersprungshandlung = der Hund zeigt sich aggressiv gegen Menschen, Artgenossen oder andere Tiere. Wird er anhand der dritten Arbeitsweise, z.B. Rucken am Halsband, in seiner aggressiven Art unterbrochen, dann schnappt er, anstatt in seinen vermeintlichen Gegner, in seiner Erregung in das Bein seines Hundehalters oder Ausbilders. Mit Verunsicherung und Strafen des Hundes will man, genau wie beim positiven Bestärken und Belohnen, ein Lernziel erreichen und den Hund an sich binden damit er besser gehorcht. Es entsteht eine Abhängigkeit (Bindung) die auf Angst beruht. Ist das Lernziel definiert, muss genau überlegt werden, welche Erziehungsstrategie aus dem Werkzeugkasten kommt. Dabei muss auch daran gedacht werden, welche Nebenwirkungen manche Erziehungsstrategien vermehrt mit sich bringen können. Beim Lehren der kleinen Zwischenziele (Sitz, Leinenführigkeit, Sauberkeit usw..) wie auch bei der Lösungssuche von Problemen ( Jagd, Aggression usw..) sollte man sein Hauptlernziel nie aus den Augen verlieren. Sicherheit! Sicherheit für alle Beteiligten: Mensch, Tier und Umwelt (genau in dieser Reihenfolge).Das hat absoluten Vorrang vor Perfektionismus.

Methodenmix "Zuckerbrot und Peitsche" und was er bewirkt

Mischmethode = Anwendung der vier Arbeitsweisen (B+, S-,S+ u. B-) oder auch Techniken genannt.

... leicht überfordert
... leicht überfordert

Eine Frage die immer wieder gestellt wird: "Kann man zwei grundverschiedene Methoden "positiv" und "negative" Methode, also die vier verschiedenen Techniken in der Ausbildung des Hundes anwenden oder sollte man sich strikt an eine Richtung halten?" Man kann, dieser "Mix" wird wohl am Häufigsten angewandt. Oft werden dem Hund Sachen wie "Sitz" und "Platz" über eine "positive Methode" gelehrt und das "nicht Ziehen an der Leine" vielleicht aus Bequemlichkeit oder ungenügendes Wissen über einen "negativen Weg". In sehr vielen Vereinen und leider auch in einigen Hundeschulen in denen man vorgibt "sanft" zu arbeiten aber auch dem Hund Grenzen setzt wenn nötig, wird oft der folgende Fehler beim Aufbau einer Übung gemacht: Beispiel: Das sich Hinlegen "Platz" wird mit Leckerli positiv bestärkt während der Welpenzeit. Später, man nimmt an der Hund weiß jetzt was man von ihm erwartet, wird gezerrt und gedrückt wenn er nicht nach unseren Erwartungen handelt. Man denkt, der Hund widersetzt sich. Der Hund versteht unsere Reaktion aber nicht und die Übung wird immer schlechter ausgeführt. Der Hund versteht "Strafen" nicht wie wir Menschen. Wie oben schon erwähnt, der Hund hört durch Einwirkungen auf, weil er sich vielleicht erschreckt hat oder weil es ihm unangenehm ist wie in diesem Bespiel, er lässt sich dann ins "Platz" zwingen. Das an ihm gezerrt wurde weil er das vorherige Kommando nicht befolgt hatte, kann der Hund nicht wissen!

Noch ein Beispiel wie es öfters in verschiedenen Kursen beobachtet werden kann:

Der Hund wird am Anfang für jedes "Sitz" mit einem Leckerli belohnt. Ab dem Zeitpunkt wo man annimmt der Hund hätte die Übung begriffen, gibt man dem Hund für jedes "NICHT Hin- hocken" einen kleinen Ruck.

Die Annahme die dahinter steckt ist oft "der Hundeführer hat keine Autorität", "der Hund sei in der Pubertät und würde seine Grenzen austesten" usw. ... Tatsache ist, die Übung wurde schlampig aufgebaut! Die "Leckerlis" müssen langsam reduziert werden, der Hund bekommt noch für jedes 2. Sitz eins usw. ... Bei jeder Veränderung im Training gibt es am Anfang einen kleinen Rückfall (der Hund setzt sich nicht mehr so schnell oder so gerade hin); dies hat nichts mit Ungehorsam zu tun. Jeder Trainingsleiter muss das wissen !

Für den Hund hatte es bisher immer bedeutet "Sitz" = Leckerli und jetzt heißt "Sitz" plötzlich Ruck. Unsere Hunde sind zwar clever aber sie haben eine andere Denkweise. Auf uns Menschen umgemünzt hätten auch wir Schwierigkeiten mit dieser Handhabung (denken wir an das Beispiel "Fremdes Land und Leute"). Man gerät ganz schnell durch falsche Interpretation in einen Teufelskreis - der Hund wird immer härter bestraft - er wird dadurch wiederum noch mehr verunsichert.

Für den Hundehalter sind Mischmethoden besonders schwierig einzuschätzen. Er kann meistens nicht beurteilen, ob die eine oder andere Arbeitsweise jetzt wirklich das Beste für seinen Hund ist, oder ob der Ausbilder für sich und seine Hundeschule oder den Verein nur den bequemen Weg gewählt hat. Das Ganze wird sehroft unter dem "Deckmäntelchen der Individualität" verkauft.

Der größte Nachteil dieser konventionellen Ausbildung ist, dass auch der Hund seinen Menschen sehr schlecht Einzuschätzen lernt. Das Misstrauen dieser Hunde ist je nach Mischung der Techniken oft noch größer als das Misstrauen der Hunde, die nach einer rein negativen Methode ausgebildet worden sind. Hunde die eine derartige Ausbildung absolviert haben, haben sehr wenig Vertrauen in ihre Hundehalter. Sie lernen nur langsam und sind insgesamt nicht so zuverlässig wie ihre Artgenossen die anders ausgebildet wurden. Natürlich kommt es, wie schon erwähnt, besonders auf die Mischung und Härte an, wie gut oder wie schlecht dieser Hund reagiert.

Werden die vier Arbeitsweisen richtig eingesetzt hat es den Vorteil, und dies ist unbestritten, dass man mit einem einmaligen richtigen Einsetzen der dritten Arbeitsweise (Strafen+) ein ganzes Hundeleben lang ein bestimmtes Problem für immer beheben kann -- theoretisch. Es ist nur in der Praxis kaum umzusetzen und nicht zu empfehlen.

Allgemeines

In der Ausbildung (Sitz, Fuß, Platz, Komm gib Pfote etc..) soll man sich für eine Richtung entscheiden damit der Hund lernt, uns einzuschätzen. Man darf Ausbildung nicht mit Erziehung verwechseln. "Sitz" oder "gib Pfote" bedeutet für den Hund " ein Kunststück lernen". Wird "Sitz", "Fuß" usw.. nicht ausgeführt oder nicht richtig ausgeführt, so denken viele das sei Ungehorsam. Ist es aber nicht! Der Hund kann dieses "Kunststück" noch nicht, wir müssen mit ihm noch mehr Üben! Es hat nichts mit Ungehorsam zu tun!

... verunsichert
... verunsichert

Ob wir unseren Hund ausbilden oder ihn zum Gehorsam erziehen, beides bedeutet, den Hund was Lehren, nur das Resultat ist unterschiedlich. Bei der Ausbildung lernt der Hund aufgrund eines Signals (Kommando) das Gewünschte zu zeigen, z.B. "Bleib", "mach Männchen", usw.. Hat der Hund eine gute Erziehung zum Gehorsam genossen, zeigt er das gewünschte Verhalten später auch ohne dass wir ihn dazu auffordern oder anwesend sein müssen. Es gibt viele Beispiele für eine gute Erziehung --- nichts vom Tisch klauen auch wenn man nicht anwesend ist --- niemanden Anspringen --- auch ohne Leine beim Spaziergang in unserer Nähe bleiben --- Sauberkeit --- Hinsetzen beim Schaufenster schauen --- Stehenbleiben wenn wir Stehenbleiben --- sich in Bewegung setzen wenn wir weiter gehen --- den Fahrradweg verlassen wenn eine Gruppe kommt und sich Hinhocken --- uns anschauen "Erlaubnisfragen" ob ein fremder Hund oder Mensch begrüßt werden darf --- nur mit den eigenen Spielsachen spielen --- usw. Rufen Sie Ihren Hund, der gerade zum Spielen unterwegs ist und er kommt zurück, haben Sie eine gute Kontrolle über ihn, aber gehorcht hat er nicht. Gehorchen heißt: er bleibt bei Ihnen bis Sie ihn zum Spielen freigeben. Nicht umsonst heißt "Kommando geben" auf Neudeutsch "Signalkontrolle", der Hund steht unter der Kontrolle des Signals.

Um einen gut erzogenen Hund zu haben brauchen Sie keine "Strafen" einsetzen. Sie müssen lediglich das erwünschte Verhalten belohnen und vorleben, das Unerwünschte verhindern. Das soll das Ziel sein. Glauben Sie trotzdem dass Sie "Strafen" müssen, weisen wir Sie nochmal darauf hin was es zu beachten gibt: Die Strafe, oder auch hier die "3. Arbeitsweise" genannt, heißt für den Hund "sofort aufhören". Müssen Sie bei einem Fehlverhalten den Hund mehr als drei Mal "Strafen" (Unterbrechen), funktioniert Ihre Strafe nicht, sie hat versagt. Da Hunde das Strafen nur als "Aufhören" verstehen können, wird die Strafe immer zuerst eingesetzt. Anschließend müssen Sie den Hund für das richtige Verhalten sofort belohnen --- nicht die Übung umgekehrt aufbauen.

Dem Hund "Kunststücke" lehren, die er auf Kommando oder Signalkontrolle bringt, kann eine sehr gute Hilfe bei der Erziehung sein. Aber es ist nur eine Hilfe den Hund in bestimmten Situationen unter Kontrolle zu bekommen. Prüfen Sie die Angebote der Hundeschulen und Vereine genau! Wie sieht es z.B. aus mit der Erziehung eines Familienhundes? Hat die Hundeschule ein "brauchbares Fach" im Angebot? Leinenführigkeit wäre eine gutes Fach! Leider wird in der Regel nur "Fuß gehen" angeboten und das braucht man für einen Familienhund nun wirklich nicht. Ein Familienhund soll lernen den Radius der Leine einzuhalten ohne zu ziehen, er darf schnuppern und pinkeln, all dies ist bei dem üblichen "Fuß gehen" nicht erlaubt. "Komm" oder auch "Hier" genannt ist ein gutes Fach oder Hilfe bei der Erziehung. Je besser Sie und Ihr Hund dieses "Kunststück" beherrschen, desto mehr Freiheiten können Sie Ihrem Hund bieten und Ihrer Umwelt mehr Sicherheit. Achten Sie darauf wie diese Übung aufgebaut ist. Ist Ihr Lernziel dass Ihr Hund bei Ihrem Ruf sofort, gerne und schnell zu Ihnen zurückkommt, ist es eher kontraproduktiv, wenn man diese Übung in Gegenwart von Artgenossen anfängt (zu große Ablenkung). Das allerwichtigste Fach für einen Familienhund ist das Orientierungstraining anhand einer positiven Technik. Der Hund nimmt Blickkontakt (fragt Sie) zu Ihnen auf, und folgt Ihnen ohne Aufforderung. Leider steht dieses Fach noch in vielen Hundeschulen und Vereinen nicht auf dem Lehrplan.

Die 4. Arbeitsweise als Unfall

Lernt ein Hund die 4. Arbeitsweise (B-) nur als Umweltantwort kennen und nicht als Erziehungsstrategie, fördert diese Lernerfahrung wiederum sein Vertrauen in seinen Menschen, vorausgesetzt dieser reagiert richtig.

Beispiele:

  • Der Hund tritt in einen Stachel oder das Streusalz brennt unter seinen Pfoten und man entfernt dies.

  • Der Hund fällt ins Wasser und kommt bedingt durch einen steilen Hang nicht mehr heraus, sein Mensch zieht ihn heraus.

  • Der Hund fühlt sich unwohl oder sogar bedroht von einem Menschen oder Artgenossen und zeigt dies über "Calming Signals", man holt ihn aus der unangenehmen Situation heraus und regelt für ihn das Problem.

... skeptisch
... skeptisch

Setzt man die vierte Technik vermehrt als Erziehungsstrategie ein, darf man sich nicht wundern, wenn der Hund sich nur ungern anfassen lässt. Hunde können sehr gut erkennen ob wir gezielt bestimmte Handelungen vornehmen, z.B. auf die Pfote treten, eine Kette neben sie schmeißen damit sie aufhören zu bellen, oder ob wir sie ganz einfach übersehen haben. Unsere Reaktion auf das Geschehene ist wie so oft entscheidend wie der Hund später in ähnlichen Situationen reagiert.

Die spätere Reaktion basiert auf den gemachten Erfahrungen. Ein Hund, dem bei Schmerzen immer von seinem Hundehalter geholfen wurde, wird sich immer wieder vertrauensvoll an "seine Leute" wenden. Hunde, die ihre "Besitzer" nur in Zusammenhang mit Unangenehmem, Schmerzhaftem kennen gelernt haben, meiden "ihre Leute" wo es geht. Doch meistens geht es nicht, denn Hunde haben keine Wahl. Sie können sich lediglich wehren oder sich aufgeben.

Wichtig!

Hunde lernen kontextbezogen, d.h. bekommt ein Hund einen Ruck oder sogar Stromschlag damit er das Katzenjagen unterlässt, gleichzeitig spielen Kinder auf der Wiese mit dem Ball, Pferde stehen auf der Wiese und im gleichen Moment überfliegt ein Flugzeug die Stelle, weiß er nicht wofür er den "Biss" am Hals gespürt hat. Er verknüpft den gesamten Kontext mit der "Strafe". Da kann vieles schief gehen, auch wenn bei der Anwendung der Arbeitsweise kein Fehler unterlaufen ist. Man arbeitet mit dem Lebewesen Hund und nicht mit einer Maschine. Mit sehr viel Glück erreicht man in unserem Beispiel mit der Arbeitsweise "Strafe" sein Lernziel und der Hund unterlässt das Jagen. Es kommt aber häufig vor, dass der Hund später nicht mehr an Pferden vorbeigehen will, oder panikartig flieht wenn er ein lautes Geräusch hört oder Kinder hasst die Ball spielen.

Wie der Hund später reagiert ist abhängig von den Erfahrungen die er bisher gemacht hat. Ist er gut sozialisiert auf andere Tiere und liebt er Kinder wird er wohl eher panikartig fliehen wenn er ein Flugzeug hört. Waren Kinder für ihn schon immer suspekt nimmt er eher an die Kinder seien die Ursache für den Schmerz den man ihm zugefügt hat (er muss sie nicht gesehen haben, hören reicht oft schon aus). Er wird weiterhin Jagen.

Man erreicht sein Lernziel mit jeder Methode. Voraussetzung ist, dass man die Lerngesetze, Timing, richtige Motivation, Dosis bei Meidemotivation, den richtigen Härtegrad usw. richtig anwendet. Das "Fundament", wie Alter, Rasse, Lernerfahrung usw. ist ebenfalls eine Gesetzmäßigkeit auf dem die Übungen aufgebaut werden müssen. Das individuelle Lernen muss berücksichtigt werden, sonst ist der Misserfolg vorprogrammiert. Lernhemmer sind, Krankheit, Angst, Stress, mangelhaftes Sozialverhalten, Scheu, ungenügende Umweltsicherheit, mangelndes Selbstvertrauen und Misstrauen, Misstrauen in seine Menschen.

Welche Methode man auswählt ist eine Frage des "Geschmacks". Alle funktionieren wenn sie auf den Gesetzmäßigkeiten des Lernens basieren. Man muss die Lerngesetze situationsgerecht richtig anwenden unter Berücksichtigung der Veranlagung des Hundes.

Ganz wichtig!

Diese vorgestellten Arbeitsweisen oder auch Techniken genannt sind nur das "kleine 1x1" oder "Hundeabc", die Basis des Lernens sozusagen. Man kann alles richtig anwenden, wenn man allerdings die Stimmungsübertragung nicht berücksichtigt, braucht man sich nicht zu wundern wenn der Hund uns nicht versteht. Hunde kann man nicht belügen, sie verstehen viele unserer Körperhaltungen "automatisch" (PDF-Datei) (siehe auch "Hunde hören aufs Wort" (PDF-Datei)) und die meisten Hunde sind Gefühlsintelligenter als wir Menschen.

... will nur spielen
... will nur spielen

Auch wenn Hunde sich fast nicht verbal äußern heißt dies noch lange nicht, dass sie keinen Kontakt zu uns und anderen aufnehmen um zu Kommunizieren (sprechen). Sehr viele Probleme sind Verständigungsprobleme, aber nicht alle! Durch gemeinsame Aktivitäten lernen wir uns gegenseitig immer besser verstehen. Gibt man nur ungern eine Bestärkung, egal ob positiv oder negativ, der Hund erkennt an unserer Körperhaltung dass etwas nicht stimmt und reagiert mit "Ungehorsam". Steht man nicht 100% hinter einer Arbeitsweise braucht man sie nicht anzuwenden, denn dann "funktioniert" sie nur schlecht oder überhaupt nicht. Das Grundprinzip des Lernens = Verstärkung ob nun positiv oder negativ, richtig angewandt funktionieren diese Verstärkungen. Die drei hier aufgezeigten Hauptwege in der Erziehung wie Ausbildung funktionieren. Welchen Ausbildungs/ Erziehungsweg wir einschlagen erkennt man an der Wahl der Motivation die wir auswählen, oder die uns die Hundeschule anbietet.

Motivation = Gefühl -- gute wie schlechte Gefühle bestimmen das Handeln. Und wie gut oder schlecht der Hund sich fühlt, ob nur ein bisschen Gut oder Sauwohl, ob nur ein wenig Unbehaglich oder zum Sterben verängstigt, hängt von der Dosis ab, wie und mit was wir den Hund motivieren.

Man kann auch sagen "Motivation ist der Motor der Gefühle der ein Lebewesen antreibt etwas bestimmtes zu Tun oder zu Unterlassen".

Die Gefühlslage des Hundes bestimmt sein Handeln.

Wir haben die Wahl für welche Motivation, Arbeitsweise und Hundeschule wir uns entscheiden, positive Motivation oder Negative (Meidemotivation). Unsere Hunde haben keine Wahl.

Weitere oft benutzte Techniken

Ein Problem, oder anders ausgedrückt ein unerwünschtes Verhalten wie z.B. aggressiv gegen Menschen oder Artgenossen, übertriebene freundliche Begrüßung sämtlicher Passanten und Artgenossen, usw. ... ist oft der Grund für das Einsetzen dieser Techniken.

Abbruchsignal negativ aufgebaut

Beispiel aversiv:

Ist der Hund beim Spazierengehen abgelenkt, rasselt man kurz mit der Kette oder dem Schlüsselbund und schmeißt die Kette neben ihn. Kommt der Hund dann erschrocken zu uns loben und trösten wir ihn ganz stark. Nach einigen Wiederholungen schenkt der Hund uns beim Rasseln der Kette sofort seine Aufmerksamkeit und kommt zu uns um gelobt zu werden und um sich in Sicherheit zu wähnen.

Abbruchsignal positiv aufgebaut

Kann ein Abbruchsignal überhaupt so aufbaut werden, dass es der Hund als angenehm empfindet? Dass er gerne und in freudiger Erwartung aufhört mit dem unerwünschtem Verhalten anstatt dass er aufhört aus Angst, Schreck, vor Schmerzen oder weil er Ärger befürchtet?

Der Aufbau der Übung ist fast identisch, die Reaktion des Hundes auf das Signal ist die Gleiche wie beim aversiven Aufbau. Er hört mit seinem unerwünschten Verhalten auf und kommt zu uns. Nur seine Motivation warum er aufhört ist eine andere! Er hört beim positiven Aufbau sofort mit dem unerwünschten Verhalten auf aus Vorfreude auf das was auf das Signal folgt. Genau anders als beim negativen Aufbau - der Hund hört auf aus Angst vor den Folgen.

Beispiel positiv:

Auf ein Signal , z.B. Kettenrasseln oder mit dem Schlüsselbund rasseln, bekommt der Hund jedes Mal eine super Belohnung. Das heißt, ist der Hund abgelenkt rasselt man kurz mit der Kette und stopft ihm sofort sein absolutes Lieblingshäppchen in den Mund. Nach einigen Wiederholungen schenkt der Hund uns beim Rasseln sofort seine Aufmerksamkeit und kommt seine Belohnung abholen.

Ob aversiv oder positiv, was den Hund motiviert zum Aufhören ist das, was diesem Signal folgt. Und die Stimmung muss natürlich stimmen. Sie können nicht wütend "Nein" brüllen und hoffen der Hund kommt sein Lieblingshäppchen abholen.

Gemeinsamkeiten

  • Ob negativ oder positiv aufgebaut, die Wirkung des Signals ist am größten wenn man es präventiv einsetzt, kurz bevor der Hund loslegt. Auch hier ist der Zeitpunkt, wann wir den Hund auffordern und bestärken wie immer sehr wichtig und mit ausschlaggebend, ob diese Techniken funktionieren oder nicht.

  • Wir müssen uns Bewusst sein, dass diese Signale nur die Symptome unterbrechen.

  • Wir müssen dem Hund ein Alternativverhalten lehren und/oder Resozialisieren. Geschieht das nicht, "Rucken" wir oder teilen Belohnungen aus in den selben Situationen, und dies ein Hundeleben lang. Der Hund steht sozusagen unter Kontrolle aber "geheilt" ist er nicht.

  • Auch dieses Lernen unterliegt den Gesetzmäßigkeiten, den richtigen Zeitpunkt haben wir schon erwähnt, die Dosis muss wie immer auch der Empfindsamkeit des Hundes angepasst sein. Beim negativen Aufbau muss der Hund genügend Angst empfinden um aufzuhören. Beim positiven Aufbau muss der Hund genügend Vorfreude empfinden um aufzuhören.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil bei der negativen Technik liegt klar auf der Hand. Den Hund zu erschrecken, zu beeindrucken und Angst einzujagen ist für die Hundeschule einfacher. Der größte "Nachteil" bei der positiven Technik ist "die richtige Motivation zu finden", Hundeschulen können da nur Wegweiser sein.

Gegenkonditionierung

Bei der Gegenkonditionierung will man erreichen, dass der Hund seine Gefühle ändert. Wie wir wissen sind die Gefühle der Motor der den Hund zum Handeln zwingt. Z.B. Hat er aus Wut, Angst oder Unsicherheit Menschen oder Artgenossen aggressiv verbellt, evtl. geschnappt oder schon gebissen, oder ist er übermäßig erregt beim Anblick einer Katze, bietet man ihm sofort Futter an wenn er auf den "Auslöser" schaut .Seine Erregung hält sich damit in Grenzen. Wichtig ist, verschwindet der "Auslöser" (Mensch, Hund, andere Tiere) aus dem Blickfeld, stellt man sofort das Verteilen von Leckerlis ein. Mit dieser Technik bekommt man die Emotionen des Hundes in den Griff. Es ist eine Chance um eine Verhaltensänderung zu erreichen und die Gefühle des Hundes in einer bestimmten Situation zu ändern. Man hat damit erstaunliche Erfolge, wieder ganz ohne Gewalt, ohne Einsatz von Strafen, Verunsichern, negativen Abbruchsignalen usw. Oft wir befürchtet, dass man durch Geben von Leckerlis die Aggression bestärkt. Dies ist nicht der Fall.
Siehe hierzu die Recherchen von Neil Grunberg und Richard Straub über verschiedene Verhaltensweisen bei Stresssituationen und Nahrung geben. NE GRUNBERG, RO STRAUB: The role of gender and taste class in the effects of stress on eating 1992:

Stress und Nahrung (Leckerli)

Zwei Gruppen von Menschen bekommen dieselben Sequenzen, Szenen aus einem spannungsgeladenen stressigen Film vorgespielt. Die eine Gruppe erhält verschiedene Nahrungsmittel während die andere Gruppe nichts bekommt. Sobald die Spannung steigt erkennt man verschiedene Reaktionen innerhalb den beiden Gruppen.

  • Zu Beginn, die Szenen sind noch neutral, reagieren die beiden Gruppen in etwa gleich.

  • Die Spannung steigt, die Gruppe mit den "Leckerlis" beschleunigt ihren Konsum. Die Gruppe ohne Leckerlis fixiert den Bildschirm.

  • Die Spannung steigt weiter. Die Gruppe mit Leckerlis bremst ihren Konsum und fixiert den Bildschirm, die "ohne" beginnt nervöse kontrollierte Bewegungen zu machen. Kreuzen die Beine, fahren sich mit den Fingern durch die Haare, beißen sich auf die Lippen, oder reiben sich die Hände etc. ...

  • Die Spannung endet in einer Schockszene. Die Gruppe mit Leckerlis vergißt zu essen und benimmt sich wie die Gruppe "ohne" vorher, kreuzen die Beine etc. ... Die "ohne" zeigt heftige unkontrollierte Reaktionen: Schreien, nervöses Lachen oder macht heftige Gesten.

Die nächste Etappe: Dieselben Szenen wurden den zwei Gruppen nochmals gezeigt, aber keine der beiden Gruppen erhielt dieses Mal Nahrung (Leckerli). Die Gruppe, welche das 1. Mal ohne Leckerli den Film gesehen hat, reagiert schon mit heftigen Reaktion bevor die Schockszene kommt. Die andere Gruppe welche das 1.Mal Leckerlis hatte, reagiert überraschender Weise viel später als sie dies das 1.Mal tat.

... leicht unsicher
... leicht unsicher

Indem man dem Gehirn bei aufregenden Situationen zeitgleich eine angenehme Beschäftigung bietet, wird verhindert, dass die negativen Emotionen die Kontrolle übernehmen. Diese Technik, die negative Emotion zu kontrollieren, hat sich als sehr effizient bei Angst- und Aggressionsproblemen bei Hunden herausgestellt. Sie ist weder eine Belohnung, Ablenkung, Bestechung oder Bezahlung, sondern sie wirkt eher beruhigend, die Leckerlis sind sozusagen starke "Beruhigungspillen".

Eines darf man nicht vergessen: Diese Arbeitsweise ist nur ein Baustein in einem Umlernprozess. Ist der Hund wieder ruhig, muss man ihm das gewünschte Verhalten wenn möglich wieder Lehren und/oder ein Alternativverhalten.

Mit der klassischen Gegenkonditionierung (*) unterbricht man auf eine positive Art die zu hohe Erregbarkeit des Hundes. Es gibt also auch bei Aggressionsprobleme keinen Grund mehr zu behaupten, man könne die Erregbarkeit des Hundes nur auf eine negative Art kontrollieren und abstellen.

Strafen löst unangenehme Gefühle aus. Das Ziel ist, das aggressive Verhalten zum Verschwinden zu bringen. Seit 1930 weiß man, dass unangenehme Gefühle wenig bis überhaupt keinen Einfluss auf das Verschwinden von bestimmten Verhalten haben. Ed. C. Tolman (1886-1959).

(* James O'Heare, Aggressionsverhalten des Hundes): Es besteht ein Zusammenhang zwischen emotionalen Reaktionen und klassischer Konditionierung. Hunde können eine Reihe verschiedener Reize mit anderen als unangenehm erlebten Reizen verknüpfen. Um eine solche emotionale Reaktion zu verändern, muss der Hund lernen, den gefürchteten Reiz mit einer angenehmen, statt einer unangenehmen Emotion zu verbinden.

Was sollte man noch wissen

Alle Verhaltensweisen brauchen ab und zu eine Wiederholung der Bestärkung (Belohnung+ oder Strafe+ ), damit der Hund sie nicht vergisst. Dies ist auch eine Gesetzmäßigkeit oder Regel die eingehalten werden muss, damit der Hund auch in Zukunft wunschgemäss reagiert. Für sämtliche Verhaltensweisen gilt ob "Sitz", "gib Pfote" oder Aggression dasselbe: wird der Hund nicht ab und zu in seinem neuen Verhalten bestärkt, erlöscht dieses. Das heißt aber auch, wenn Sie eine Übung positiv aufgebaut haben, muss der Hund von Zeit zu Zeit belohnt werden damit er gehorcht. Auch im umgekehrten Fall muss das berücksichtigt werden: Haben Sie eine Übung übers "Strafen" aufgebaut, müssen Sie den Hund immer wieder mal Strafen damit er so funktioniert wie Sie sich das vorstellen. Wie oben schon erwähnt, Sie haben die Wahl! Ist der Ausbilder im Verein oder in der Hundeschule nicht in der Lage Ihnen eine positive Methode zu zeigen, wechseln sie ganz einfach. Es geht auch anders, auch bei Aggressionsverhalten, Jagdproblemen oder Leinenziehen, um nur drei "Probleme"zu nennen.

Hilfsmittel

Es gibt eine Fülle von Hilfsmitteln die wir einsetzen können und die uns die Ausbildung unserer Hunde erleichtern sollen. Manche hat der Gesetzgeber vorgeschrieben (z. B. Leine), andere verboten (unterschiedlich in Europa - Stachelhalsband, Teletakt (Elektroreizgerät), Sprühhalsband).

Mit vielen Hilfsmitteln kann man den Hund positiv motivieren -- Ballspielen, Leckerli, etc. Aber es gibt auch Hilfsmittel um den Hund zu verunsichern -Discscheiben, Sprühhalsbänder oder auch ein ganz normales Halsband, Halti oder Schleppleine. Es kommt auf die Art und Weise an wie man eine Leine, ein Geräusch einsetzt; vermittelt man dem Hund Sicherheit oder er wird destabilisiert.

Wenn man mit Technik arbeitet muss man auch berücksichtigen, dass diese nicht immer wunschgemäß funktioniert. Immer öfters kommt es vor, dass Sprühhalsbänder durch Handy's ausgelöst werden.

Auf was man noch so alles aufpassen sollte

In den allermeisten Kursen die "negativ" arbeiten wird nur sehr wenig bis überhaupt nicht der Empfindsamkeit des einzelnen Hundes Rechnung getragen. Es wird nicht auf die "feine" Kommunikation "Calming Signals" geachtet. Calming Signal (CS) ist ein "Wort" aus einem ganzen Satz (Körpersprache) das der Hund an sein Gegenüber richtet. Diese Sätze sind dazu gedacht, den Gegenüber z.B. freundlich zu stimmen. Alleine nur das "Wort" (CS) zu betrachten hilft uns nicht weiter wenn wir verstehen wollen was der Hund sagt und wie er sich dabei fühlt. Wir müssen den ganzen Kontext und den Rest der Körperhaltung betrachten nur so können wir den Hund richtig interpretieren. Dasselbe "Wort" in einem anderen "Satz" kann eine Verlegenheitsgeste bedeuten, eine höfliche Umgangsform, eine Liebenswürdigkeit usw. ..., vermehrt gezeigt deuten diese Wörter auf hohe Erregbarkeit und ungesunden Stress hin.

Respekt zeigen vor der Individualdistanz des einzelnen Hundes wird in sehr vielen Hundeschulen nicht in Betracht gezogen. Der Abstand zwischen den Hunden bei den Lehrgängen ist viel zu gering, man versäumt es die Hunde langsam an die für sie ungewöhnliche Situation heranzuführen. Die Hunde lernen in diesen Kursen nicht nur "Sitz" etc. ... sondern als "Nebenprodukt" gleich "wie kann ich mir aggressiv Platz schaffen". Hunde die aggressiv auffallen gehören nicht in einen Gruppenkurs. Sie lernen dort nur sich besser durchzusetzen.

... aufmerksam
... aufmerksam

Wenn ein Hund, der bis dato immer unauffällig war, plötzlich anfängt andere Hunde und Leute aggressiv anzubellen, dann wird in vielen Hundeschulen dem Hundehalter ungenügende Dominanz, etc. unterstellt. Besitzt man einen Hund, der (über)empfindlich auf die "Härte" der Arbeitsweise und Methode der Hundeschule reagiert, wird gerne auf Theorien wie Dominanz, Rangordnung usw. ... hingewiesen! Da stellt sich die Frage, will man Sie mit diesen Theorien davon überzeugen Strafen anzuwenden? Es ist leider heute noch oft der Fall, dass die Hundehalter mit veralteten Theorien überhäuft werden, obwohl längst bewiesen ist, dass diese in der Praxis mehr Schaden als Gutes anrichten.

Leider werden auch heute noch Leute mit auffälligen Hunden in manchen Kursen in eine für Sie und Ihren Hund unangenehme Situation gebracht. Sie fühlen sich unwohl, blamiert und der Lächerlichkeit preisgegeben. Ausbilder, die das nötige Wissen besitzen und auch vermitteln können, helfen ihren Kunden und vermeiden eine Blamage. In guten Kursen werden Leute mit auffälligen Hunden nicht dargestellt als seien sie unfähig einen Hund zu halten, auszubilden und zu erziehen; man bietet ihnen Hilfe in Form von Einzelstunden an.

Als" Ottonormalhundehalter" kommt man heute nicht daran vorbei sich vermehrt aktuelles Wissen anzueignen.Tut man das nicht, muss man sich mit den Angeboten der diversen Hundeschulen zufrieden geben.

Man könnte annehmen, dass der Hundeliebhaber sich in aller Ruhe mit anderen Hundefreunden austauschen kann. Z. B. über die verschiedenen Angebote an Theorien, Methoden und Arbeitsweisen samt Zubehör. Was der Markt eben so anbietet. Nur die Realität sieht anders aus. In manchen Kreisen aus der Hundeszene ist das absolute Unwort "Verunsicherung", Erlernen eines neuen Verhaltens über Verunsichern (4. Arbeitsweise oder Lerntheoretisch "negative Verstärkung" genannt) des Hundes. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die überwiegende Mehrheit, egal ob Profi oder Ehrenamt, diese Erziehungsstrategie mehr oder weniger und wenn, auch nach Stärke differenziert, einsetzt. Im Gespräch wird diese Strategie kunstvoll umschrieben, auf der Visitenkarte erscheint sie nicht. Warum!?

Also, stellen Sie Fragen und nochmals Fragen. Ein guter Ausbilder muss in der Lage sein Ihnen wenigstens das Basiswissen so zu erklären, dass Sie es auch im alltäglichen Leben umsetzen können.

Die Basis des Lernens sollte Ihnen in einer freundlichen Atmosphäre erklärt und gezeigt werden. Gefühle bestimmen sowohl Qualität als auch Quantität dessen, was wir lernen. Negative Gefühle behindern das Lernen. Positive Gefühle beschleunigen es. Stressreiches und ödes Lernen zeigt immer schlechtere Resultate als entspanntes, begeistertes Lernen, dies gilt für uns aber auch für unseren Hund.

Kontrolle über den Hund, gegenseitige Verständigung, eine gute Kommunikation kann man auf den Grundlagen des Lernens aufbauen, ganz ohne Gewalt und Verunsicherungsstrategien.

Bedenken Sie, dass der beste Ausbilder nie in der Lage sein wird, die Hunde und ihre Menschen so kennenzulernen, dass er jede "Nebenwirkung" diverser Techniken ausschließen kann. Zu unterschiedlich sind die Charakteren der Hunde sowie ihrer Menschen. Auch eine Vorhersage der Entwicklung des Hundes kann Ihnen die beste Hundeschule nicht machen. Heute ist Ihr Hund noch ein selbstbewusster Jungspund und man rät Ihnen "harte" Grenzen (physisch und psychisch) zu setzen. Übermorgen erfahren Sie, dass die Aggression Ihres Hundes krankheitsbedingt ist. Da man jedes Lernen und Umlernen positiv gestalten kann, müssen Sie sich genau überlegen was Sie anwenden möchten.

Viele ehrenamtliche Ausbilder unterstützen ihren Verein so gut es geht, neben Beruf, Familie, Hund und Hobby. Das sollte man auch als Kunde bedenken. Sehr viele dieser Ausbilder haben oft nicht genügend Zeit um sich selber fortzubilden. Und noch etwas sollten Sie nicht vergessen. Nicht jeder Olympiasieger oder Sportler ist gleichzeitig ein guter Ausbilder (Lehrer) und hat Kenntnisse in der Erziehung eines Familienhundes.

Sind die Ausbilder, egal ob Ehrenamt oder Profi, nicht in der Lage, Ihnen eine Technik oder Arbeitsweise auf positiver Motivation zu erklären und zu zeigen,dann stellen Sie sich die Frage: Will ich wirklich Geld ausgeben um zu Lernen wie ich meinen Hund Schubsen ,Rucken, Treten, Ziehen, Erschrecken kann? Dafür brauche ich doch keinen Lehrer!!!! Oder?

Fazit

... erwartungsvoll
... erwartungsvoll

Welche Richtung Sie einschlagen bei der Erziehung und Ausbildung Ihres Hundes, ist Ihre Entscheidung! Lassen Sie Sich keine Rezepte verkaufen, lassen Sie Sich die Mechanismen des Lernens erklären. Nur so können Sie die Vorschläge individuell auf Sie und Ihren Hund und Ihre Lebensweise anpassen. Für jedes Lehren einer Verhaltensweise gibt es immer einen positiven und einen negativen Weg, dies ist längst bekannt.

Kein Verhalten rechtfertigt den Einsatz aversiver Methoden, egal ob direkt zugefügt oder über einen Umweg.

Das sollte man nicht vergessen: Kommunikatives Spazierengehen, gemeinsame Unternehmungen, Spielen oder gemeinsames Nichts tun. Ein miteinander Leben, nicht ein Nebeneinander, dann lernt Ihr Hund mehr fürs Leben als in den paar Stunden in einer Hundeschule. Aber die Hundeschule kann auch großen Schaden anrichten, wenn das Falsche vermittelt wird. Wenn schon Hundeschule, dann eine die Sie und Ihren Hund respektiert und Ihnen die Basis des Lernens vermitteln kann.

Ein Internetbekannter hat einen guten Satz geprägt: Wo lernen Kinder mehr fürs Leben? In der Schule oder auf dem Weg dorthin? Klar im Bus!

Das gilt auch für unsere Hunde. Sind Sie unsicher bei der Auswahl der Hundeschule gilt der Grundsatz: Weniger ist manchmal mehr, oder lieber keine Hundeschule besuchen als eine Schlechte!

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