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Muppisches - Zeitgeschehen

Ein unveröffentlichter Leserbrief von Muppen ABC an die größte luxemburgische Tageszeitung:
Wort
(Dezember 2002).

Mein "Casier" oder
>>Das geht zu weit Herr Minister<<

Hunden und ihren Haltern wird das Leben immer schwerer gemacht. Das Agrarministerium musste ein neues Hundegesetz ausarbeiten. Dabei wurde viel vom französischen Gesetz abgeschrieben. Man fand es aber für nötig, etwas eigenen Senf hinzuzufügen, wie z.B. die allgemeine Leinenpflicht und das dazu gehörende Strafmaß bei Nichtbeachten. Nicht nur Fachleute merkten schnell, dass der Minister und seine Beamten schlecht beraten wurden; von neuesten Erkenntnissen der modernen Haustierforschung keine Spur. Jedenfalls scheint unser Agrarminister wesentlich mehr von Ping und Pong als von Hundehaltung zu verstehen.

In absehbarer Zukunft wird eine artgerechte Hundehaltung nicht mehr möglich sein. Alle Pittis und Co. werden kastriert und dürfen den Rest ihres Lebens mit Maulkorb verbringen, wenn sie eine sich im Inhalt widersprechende Dressurprüfung nicht bestehen. Es soll einen allgemeinen Leinenzwang geben. Für den Innerortsbereich ist das zu verstehen. Aber warum in Parks und im Wald? Als Hundebesitzer weiß man, dass man dort oft, auch bei längeren Spaziergängen, niemandem begegnet. Sollte man nun seinem Hund, der keine Gefahr für Leib und Leben bedeutet, etwas Freilauf gönnen, wird man fast schon zum Kriminellen, auf jeden Fall aber zum Gesetzesbrecher, wenn man erwischt wird. Es würde mich auch nicht wundern wenn unser Polizeihubschrauber extra für solche Einsätze geordert würde, jedenfalls dort wo keine Hochspannungsleitungen sind: Überwachung ist alles !

Viele Leser halten das alles für übertrieben. Das tat ich auch, bis ich den Leserbrief von Dr. Bigelbach in dieser Zeitung las. Dort stand klar und deutlich: "Einmalige Verstöße gegen das Gesetz werden mit Gefängnisstrafe und (nicht oder!)einer Geldbuße ...". Nach dem Nachlesen im Gesetzestext konnte ich nur noch staunen, Dr. Bigelbach jedenfalls hatte nicht übertrieben. Diesen Gesetzestext halte ich nicht nur in vielem als nicht vereinbar mit dem Tierschutzgesetz, sondern schlichtweg auch für Menschen verachtend, weil allein schon das Androhen von Geld und Gefängnisstrafe mehr als eine Schikane ist.

Als Hundehalter, mit Casier vierge, stehe ich schon mit einem Fuß im Gefängnis. Und was das bedeutet, wurde mir bewusst beim Fernsehbericht vom "Nol op de Kapp", in dem ein Geschäftsmann durch die réglements prison Bekanntschaft machte. Diese réglements sind menschenunwürdig und bei kleinen Straftaten nicht zu rechtfertigen. Ob mein patron dafür Verständnis haben wird, wenn ich minimal eine Woche und - wenn es ganz schlimm kommen sollte - für Jahre hinter hoffentlich Arcelor-Gardinen aus dem Verkehr gezogen werde, nur weil ich dabei erwischt wurde, meinen Hund frei laufen zu lassen, wage ich zu bezweifeln. Aber damit hat das Agrarministerium dann wenigstens einen zusätzlichen Arbeitsplatz geschaffen: Chappeau! Vielleicht wird auch bald mein Telefon auf écoute geschaltet, eben wie bei Schwerverbrechern, denn immerhin kann die zu erwartende Strafe leicht 6 Monate überschreiten. Alles ist heute möglich! Leider.

Mit den besten Grüßen von einem noch freilaufendem Hundebesitzer, bravem Steuerzahler,12-Punkte-Führerscheininhaber - und im Moment noch - seit einem halben Jahrhundert stolzer Casier-blanche-Besitzer.

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